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PostHeaderIcon Merten: Golddorf 2014

Blick auf Pumpe und SchlossMerten, mit dem früheren Rittersitz, dem Schloss und der Kirche St. Agnes ist ein geschichtsträchtiger Ort, der bis zum 1. Januar 1935 eine eigene Kommune innerhalb der Spezialgemeinde Eitorf war. Im Zusammenhang mit dem Kloster, heute Schloss und Altenheim, wurde Merten 1218 erstmals urkundlich erwähnt. In sieben Jahren könnte also das 800-Jährige gefeiert werden, auch wenn das Dorf mitsamt den historischen Gebäuden laut Geschichtsforschung wahrscheinlich viel älter ist.





1218 hatten Graf Heinrich III von Sayn und seine Ehefrau Mechthild den Besitz des Nonnenklosters zu „Mehrtene“ von gewissen Besteuerungen befreit. Woher die Ortsbezeichnung stammt, ist nicht ganz klar. Die einen glauben, dass sie von der Märtyrerin Agnes herrührt, der die Pfarrkirche ihren Namen verdankt, andere meinen, dass Merten mit Martins-Ansiedlung zu übersetzen sei.


Die Dorfstraße
In der Vergangenheit war Merten auf jeden Fall bedeutsamer, als heutzutage. Es gab sogar ein Hofgericht. Übeltäter wurden an den Schandpfahl gestellt. Der Pranger war bis 1848 in der Nähe der Kreuzung oberhalb des Schlosses erhalten. Für die Ordnung in der Gemeinde war ein Schultheiß zuständig, der bei der Ausübung seines Amtes von vier Knechten unterstützt wurde.
Anfang des 20. Jahrhunderts gehörten zur Gemeinde Merten die Ortschaften Lützgenauel, Bourauel, Storch, Schmelze (Eitorf), Harmonie, Untenroth, Jägerother Hof, Schiefen, Heckerhof, Juckenbach, Wassack, Hohn, Driesch, Happach, Bach, Bruch, Büsch, Leye und Weiden.









Die ehemalige Dorfschule wurde 1804 vom damaligen Herzog von Berg, dem Kurfürsten Max Joseph von Bayern, genehmigt und der erste Lehrer, Engelbert Aldenhoven wurde jährlich mit 80 Talern entlohnt. Die Schulräume waren zunächst im sakularisierten Kloster untergebracht und beim Eintreffen des Lehrers nicht einmal eingerichtet. Das Mobiliar ließ er aus zusammen gebetteltem Holz zurecht zimmern. Am 1. April 1805 startete der Unterricht mit 20 Kindern. Einen Monat später waren es bereits 58. 1931 zog die Schule in ein neues Gebäude, das heutige Dorfgemeinschaftshaus um. Zum Ende des Schuljahres 1967/68 wurde der Schulbetrieb nach Beschluss des Eitorfer Gemeinderates eingestellt. Die Kinder aus dem alten Schulbezirk Merten besuchen heute die Schulen in Eitorf und auch in Herchen.


Liebevoll gehegt und gepflegt wird der Platz um die Dorfpumpe, ein Relikt aus vergangenen Tagen, das für die Dorfbewohner früher von großer Bedeutung war. Die Pumpe lieferte nicht nur das Wasser zum täglichen Leben, sie war auch ein Ort der Kommunikation und förderte somit den Zusammenhalt der Gemeinschaft.


In Merten gibt es schöne Häuser
Für ein lebendiges Dorfleben sorgen in Merten die Vereine, sprich die Dorfgemeinschaft, der Männergesangverein und der Kirchenchor. Sie teilen sich das Dorfhaus, in dem auch der Kindergarten „Schlossgespenster“ untergebracht ist, der von einer Elterninitiative ins Leben gerufen wurde. Der Kirchenchor organisiert die Agneskirmes Ende Januar, die Dorfgemeinschaft das Maifest am ersten Wochenende des Wonnemonats und der Männergesangverein ist Initiator des Sommerfestes.



Waren in alter Zeit Land- und Forstwirtschaft die Haupterwerbsquellen, haben sich in der Gegenwart einige ganz unterschiedliche Kleinbetriebe etabliert, darunter ein Malerfachbetrieb, ein Hersteller von Grabsteinen und ein Fachunternehmen für Schwimmbadtechnik.
Obwohl Merten ein lohnendes Ziel für Ausflügler ist, fehlt seit einigen Jahren eine Gaststätte. Die frühere Dorfschänke wurde geschlossen und zum Wohnraum umfunktioniert. Auf dem Schlossgelände gibt es jedoch ein Café, das täglich geöffnet hat.

Text/Bilder: Anke Eifel; Quelle: "Merten-Sieg" von Pater Gabriel Busch